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I want you 

 

Lina schaute sich wieder um. Seit zwei Stunden lief dieser kleine Junge schon hinter ihr her.

„Sag mal, was willst du eigentlich von mir?“, keifte sie jetzt. Sie hatte sich lang genug zusammen gerissen.

Der Junge zuckte ein wenig erschrocken zusammen. „Ich will nichts von dir. Ich will dich“, antwortete er, als wäre nichts dabei, als wäre seine Antwort gar nicht seltsam.

Jetzt erst fiel Lina auf, dass er gar nicht so viel jünger sein konnte als sie selbst. Und niedlich war er, ohne Zweifel. Kurze rotbraune Locken schmiegten sich um sein Gesicht und sein Pony fiel ihm fast in die Augen.

Seine Haut war blass, aber sie wirkte nicht ungesund und passte zu seiner Haarfarbe.

Am erstaunlichsten waren seine Augen, hellgrün und wunderschön. Sie hatten einen leichten Goldschimmer und waren von langen, wenn auch sehr hellen, Wimpern umgeben.

Ja, er hatte ein sehr schönes Gesicht.

Aber seine freche Antwort auf ihre Frage passte gar nicht zu diesem Engelsgesicht.

„Ach ja! Glaubst du, jeder elendige Perversling kann mich kriegen?“

„Nein!“ Er hob abwehrend die Hände. „So meinte ich das nicht. Ich will mit dir gehen.“ Er redete wieder so, als ob das völlig normal sei, ein wildfremdes Mädchen zur Freundin haben zu wollen.

„Hör mal, ich kenn dich doch gar nicht“, warf sie ein. Aber ihre Wut war schon wieder verflogen. „Außerdem bin ich vermutlich viel älter als du.“

„Ich heiße Tony Colins. Ich bin fünfzehn, seit zwei Wochen. Und ich bin dein Nachbar seit bestimmt zwei Jahren. Aber anscheinend hast du mich bis jetzt noch nie registriert.“ Er schaute sie traurig an.

Eine Welle des Mitleids überrollte Lina. Ihr Nachbar? Und sie hatte ihn noch nie auch nur eines Blickes gewürdigt.

Wenn er also schon so lang ein Auge auf sie geworfen hatte... Und sie ihre Freunde wechselte wie ihre Kleidung... Dann musste ihn das ja ganz schön mutlos gemacht haben.

„Warum hast du denn nie mit mir geredet?“, fragte sie jetzt, mit einem mehr oder weniger schlechtem Gewissen.

„Ich hab mich nicht getraut. Ich hab mich eher vor dir versteckt.“

„So wie jetzt?“ Lina lachte, während Tony sie nachdenklich musterte. „Was ist?“

„Du hast ein schönes Lachen. Tja, jetzt hab ich halt allen meinen Mut zusammen genommen.“

„Und warum erst jetzt?“ Lina ließ nicht locker.

„Weil ich denke, dass du im Moment keinen Freund hast. Du bringst schon seit ungefähr zwei Wochen keinen Jungen mehr mit.“

„Wa-?“ Sie stockte. Dieser Junge war eine seltsame Mischung aus naiv und frech. Er war schüchtern und trotzdem hatte er sie auf diese seltsame Art und Weise angeflirtet.

Er war ein Jahr jünger als sie und das sah man auch. Und er war – süß. Wirklich süß.

„Ich... ich kann doch nicht einfach mit dir zusammen sein, Tony.“

„Wieso denn nicht?“ Er schaute sie aus seinen großen bezaubernden grünen Augen an.

„Weil...“ Sie machte eine Pause, weil sein Blick sie so verwirrte. Dann schüttelte sie kurz den Kopf. „Weil ich doch gar nicht verliebt in dich bin.“

„Und was ist mit deinen anderen Freunden?“ Jetzt ließ er nicht locker, bis er bekam, was er wollte, so schien es Lina.

„Die... hab ich ja vorher wenigstens kennen gelernt.“ Sie schaute weg von seinen grünen Augen, die sie jedes Mal aufs neue zu verhexen schienen.

„Dann lern mich doch kennen.“

„Okay.“ Sie gab auf.

Er lächelte und zeigte ihr seine schönen weißen Zähne. Sie erwiderte sein Lächeln.

„Na gut, dann... können wir ja jetzt nach Hause gehen.“ Er ging ein paar Schritte vor. „Kommst du?“

„Hm...“ Lina nahm eine Strähne von ihrem dunklen Haar und wickelte es um den Finger. „Eine Sache muss ich noch testen.“ Sie ging auf ihn zu - wenigstens hatte er die gleiche Größe wie sie – und küsste ihn kurz.

Tony lief rot an. „Was war das?“

„Ich musste testen, wie weich deine Lippen sind.“ Sie grinste.

„Test bestanden.“

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